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Mario Pokatzky | |||||||||||||||||||||||
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Neues Deutschland
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Was tun, wenn man vollgestopft ist mit Demütigungen, Ablehnung und Hilflosigkeit? Klein »Monster« wird dann seinem Namen gerecht: Es fesselt Vater und Mutter und bringt beide um. »Monster Klaviere Explosionen« im Orphtheater ist ein Stück über die Gewalt der Verzweifelten. Die Inszenierung bietet eine bildstarke, emotionale Sicht in die Familie eines Amokläufers. Auch wenn Schauspieler Uwe Schmieder hier als Regisseur temporeich inszeniert und wohl bewusst einseitig zeichnet, kommt er grundlegenden Verhaltensweisen, die Amokläufe auslösen können, gut auf die Spur. In Schmieders Familie stimmt nichts. Der Vater (Alexander Rohde) wäre gerne ein großer Konzertpianist, die Mutter (Maike Möller), eine ehemalige Nobelprostituierte, ist unzufrieden mit ihrem Leben. Beide giften sich nur noch heftig an. In dieser Atmosphäre hat Sohn (Mario Pokatzky), Monster genannt, keine Chance. Als Sündenbock hält er für alles her, was bei den Eltern schiefgeht. Es wird gebrüllt, sich auf dem Boden gewälzt und Gewalt ausgeübt. Der Regisseur zeigt dabei seine Protagonisten als an sich selbst verzweifelnde Menschen, die nicht wissen, wohin mit dem Druck, und diesen fast automatisch beim Schwächsten abladen. Er zeigt einen Sumpf aus Missverständnissen, unaufgelösten Konflikten, verletzten Gefühlen. Neben zwei Clowns (Nicole Janze, Matthias Hille), die zwischendurch als sanfte Kommentatoren des aggressiven Geschehens auftreten, ist das Stück durchzogen von bekannten Rockmusikstücken, die die Gefühle von »Monster« gut unterstreichen. Am Ende lässt der Regisseur den Amokläufer als Ankläger auftreten, der die Dominanz von Egoismus und Gier brandmarkt. Der moralische Zeigefinger dabei mag aufstoßen, nachvollziehbar ist er. Danach kann bei Zuschauenden der Wunsch entstehen, etwas geduldiger miteinander umzugehen. Bis 29.10., 20 Uhr, Orphtheater, Ackerstraße 169, Mitte, Tel.: 441 00 09 |
Kritik zum Kino - Film " Nuttentarif"
Die Zeitschrift " tip Berlin" schreibt:
Hm, hat die Welt diesen Film gebraucht? Diesen schwer unkorrekten, stinkig-speckigen Zuhälterfilm, der, selbst gebastelt wie Frankensteins Monster, auch noch das Maul aufreißt und rotzfrech mit seinen dicken Eiern prahlt, während ihn doch nur der Kunstgriff des Film-im-Films vor totaler Peinlichkeit bewahrt? Gebraucht vielleicht nicht, aber unbedingt verdient! Es steckt eine Menge Leben in dem hässlichen Werk: bösartiger Zynismus, der wie hellsichtiger Witz wirkt; groteske Übertreibung, die nach Wahrheit schmeckt; Provokation, die Analyse sein könnte. Schmerzhafte Analyse mit dem Holzhammer, die inständig hoffen lässt, dass das Ganze nicht ernst gemeint ist.
i: Nuttentarif Deutschland 2005; Regie: Alexander Pfander;
Darsteller: Mario Pokatzky (Werner), Daniel Pfander (Ronny),
Gianni Meuer (Dennis Rehmann); Farbe, 119 Minuten; Kinostart: 15. Dezember 2005
Alexandra SeitzTIP 26/05
Die Morgenpost schreibt:
Nullnummer Krude: Alexander Pfanders Kinodebüt "Nuttentarif"
Von Peter Claus
Branchen-Gerüchte behaupten, "Nuttentarif" sei ein "echt dreckiger Berlin-Film" und der Regisseur Alexander Pfander ein "total irrer Typ". Solche Sprüche garantieren Aufmerksamkeit. Genau das, was Pfander will. Der 1976 geborene Kino-Autodidakt ist beharrlich. "Nuttentarif" entstand fern einer nennenswerten Finanzierung, alle Mitwirkenden haben das Projekt ohne Gage bewerkstelligt. Gedreht wurde, wenn Schauspieler oder Kameramann Zeit zwischen anderen, bezahlten Jobs hatten. Rund ein Jahr dauerte deshalb der Dreh, die Arbeit am Schneidetisch noch mal acht Monate. Vor soviel Durchhaltevermögen kann man nur den Hut ziehen. Das ist es dann aber auch schon. "Nuttentarif" ist eine totale filmische Nullnummer. Schnapsgläser in Großaufnahme, Verbalinjurien am Fließband und eine krude Episodenfolge im Ludenmilieu, das so gestelzt wirkt, wie es in Klein-Ernas Phantasie aussieht, das macht keinen Spielfilm aus. Das "dreckige Berlin"? Jeder Haufen Hundekot im Prenzlauer Berg ist dreckiger. Die Nicht-Geschichte könnte in jedem Nest der Welt spielen. Einfach vergessen.
So einfach doch nicht. Denn:Pfander kann Bilder von verführerischer Dichte entwerfen, weiß Optik und Akustik effektvoll zu montieren, hat Lust am Spiel mit Licht und Schatten. Der Junge hat - so verquirlt dieser Film ist - Talent. Bisher haben ihn die Filmhochschulen der Region abgelehnt. "Nuttentarif" sollte ihm die Türen zur Ausbildung öffnen. Er muß nur noch wahnsinnig viel lernen. Bewertung 1
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